Östrogen
Was ist Östrogen?
Östrogen ist neben Progesteron das wichtigste weibliche Geschlechtshormon und in drei verschiedenen Formen im Körper vorhanden: Östradiol, Östrogen und Östriol. Zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr kommt es bei Frauen zu einem erheblichen Nachlassen der Östrogen-Produktion. Der Östrogenspiegel fällt in dieser Zeit binnen zwei bis drei Jahren auf etwa ein Zehntel des ursprünglichen Wertes ab und entspricht damit dem Blutspiegel eines jungen Mädchens vor der Pubertät. Doch auch der männliche Organismus benötigt gewisse Mengen an Östrogen, z.B. um die Samenzellen reifen zu lassen und ihre Beweglichkeit zu erhalten. Durch ein bestimmtes En-zym, die sogenannte Aromatase, kann das männliche Hormon Testosteron in Östrogen chemisch umgewandelt werden. Aromatase ist vorwiegend im Fettgewebe lokalisiert und wird mit zunehmendem Lebensalter vermehrt produziert. Dies erklärt, dass vor allem bei Fettleibigkeit und beim alternden Mann ein Östrogenüberschuss und Testosteronmangel festgestellt wird.

Östrogen-Mangel
Ein Mangel an Östrogen tritt sowohl bei Frauen als auch bei Männern vor allem in den Wechseljahren auf und führt zu Hitzewallungen, Knochenschwund, depressiven Verstimmungen, Herz-Kreislaufbeschwerden, zum Austrocknen von Haut und Schleimhäuten und einer Einschränkung des Geruchs- und Geschmackssinns. Ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren leidet unter „trockenen Augen“ mit Brennen und Schmerzen. Nicht selten führt Östrogenmangel bei Frauen zu „männlichem Haarwuchs“, vor allem zum Damenbart. Auch die Faltenbildung wird beschleunigt, wenn zu wenig Östrogen vorhanden ist, das Wasser im Gewebe bindet und die Haut durch die Bildung von Kollagen elastisch und dick macht. Beim Mann kann ein starker Abfall des Östrogenspiegels auch zu einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen.
 
Wie wirkt eine Östrogen-Therapie?
Eine Behandlung mit Östrogen vermindert den Cholesterinspiegel, kann vor Alzheimer schützen und Gedächtnisstörungen vorbeugen. Wenn eine Hormonersatztherapie ausschließlich mit Östrogen durchgeführt wird, kann das zu einer verstärkten Bildung von Körperfett führen. Auch Depressionen, Kopfschmerzen und ein Verlust der Libido sind im Einzelfall möglich. Um diese unliebsamen Nebenwirkungen auszuschließen, sollte Östrogen in Kombination mit dem nebenwirkungslosen Progesteron kombiniert werden. Gemeinsam verabreicht schützen die Hormone vor Herz-/Kreislauferkrankungen, vermindern den Knochenabbau und schützen so vor Osteoporose, verbessern Laune und Libido.
 
Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen
Die Behandlung mit Östrogenen ist die einzige gesicherte Prophylaxe von Osteoporose: Durch sie können 60% von drohenden Knochenfrakturen verhindert werden. Während der Hormonanteil in der sogenannten Anti-Baby-Pille das Thromboserisiko erhöht, schützen die in den Wechseljahren verabreichten Östrogene vor Herz- und Kreislaufbeschwerden. Frühere Studien zeigten, dass eine Östrogentherapie in den Wechseljahren bei Frauen das Risiko erhöht, an Gebärmutterkrebs zu erkranken. Neue Untersuchungen haben ergeben, dass eine Kombinationstherapie von Östrogen und Gestagen das Gebärmutterkrebs-Risiko sogar mindern kann. Ob Östrogene bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen, konnte dagegen noch nicht bewiesen werden. Fest steht aber, dass Frauen, die in den Wechseljahren mit Östrogen behandelt werden, regelmäßig unter ärztlicher Kontrolle stehen und deshalb gute Chancen haben, dass Brustkrebs bei ihnen rechtzeitig entdeckt wird und behandelt werden kann. Ein Östrogenmangel beeinträchtigen darüber hinaus die Aktivität der Schilddrüsenhormone und können zu einer Unterfunktion führen.

Dosierung
Jeder, der sich zu einer Östrogentherpie entschließt, sollte vorher mit dem Arzt die beste Behandlungsform und Wirkstoffkombination finden, die für die persönlichen Ansprüche geeignet ist. Östrogenmedikamente sind als Crèmes, Tabletten oder Pflaster erhältlich.  
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